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Zobelschimmel und Genetik

Aktuelles über Zobel


Wurf mit zobelschimmelfarbigen Welpen aus dem Zwinger "Westerner"
Foto: Marie Lorè


Zobelschimmel – Ein bisschen Genetik
Von Bianka Titus-Langer
(veröffentlicht in der Ausgabe 06/08 „Der Jagdspaniel“ - Stand Mai 2008; Copyright)

Vor allem Züchter sind an genetischen Fragen interessiert – Welche Farben sind in einem Wurf überhaupt zu erwarten? Wie wird die Farbverteilung ausfallen? Und trotz aller Mendelschen Gesetze ist so mancher Wurf letztendlich eine Überraschung. Wie sehen also die genetischen Gesetzmäßigkeiten bei der neuen Farbe Zobelschimmel aus?

Von den einfarbigen Zobel sind folgende Gesetzmäßigkeiten bekannt: Zobel x rot ergibt zobel (50 %) und rot (50%).

Bei einer Paarung Zobel x schwarz oder braun mit einem verdeckten Rot-Gen können die Farben zobel, rot, schwarz und braun fallen.

Zobel x reinerbig schwarz ergibt ausschließlich schwarz. Rote oder zobelfarbene Welpen werden aus dieser Verbindung nicht fallen, da sich schwarz gegenüber rot und zobel dominant verhält.

Aus einer Verbindung zwischen Zobel x zobel ist zobel (75 %) und rot (25 %) zu erwarten.


Wurf aus dem Kennel Westerner


Über die Vererbung bei der neuen Farbe „Zobelschimmel“ konnten aus der Praxis folgende Gesetzmäßigkeiten abgeleitet werden: Zobelschimmel x orangeschimmel bzw. orange/weiß ergibt zu 50 % Zobelschimmel-Welpen, zu 50 % Orangeschimmel bzw. orange/weiß. Auch hier müsste sich das Gen für Zobelschimmel wie bei einfarbig Zobel gegenüber Orange (bzw. rot) dominant verhalten.

Eine Verbindung Zobelschimmel x Zobelschimmel lässt wie bei den Einfarbigen zu 75 Prozent Zobelschimmel-Welpen, den Rest Orangeschimmel-Welpen erwarten. Soweit so gut.

Und jetzt die seltsame Ausnahme, die Inger Ivarsson selbst verwunderte. Ein Blauschimmelrüde, dessen Mutter Zobelschimmel ist, zeugte keinen einzigen Welpen in der neuen Farbe!

Jeder weiß, dass bei einer Paarung einfarbig rot x rot nur rote Welpen fallen werden. Ebenso werden bei einer Verbindung zwischen Orangeschimmel x Orangeschimmel nur orangeschimmel-farbene Welpen auf die Welt kommen. Da der Blauschimmelrüde trotz zahlreicher Deckakte mit etlichen Hündinnen aller Farbschläge keinen Zobelschimmel-Welpen zeugen konnte, ist meine Theorie, dass sich Blauschimmel zu Zobelschimmel ähnlich wie rot zu schwarz verhält. Das heißt Zobelschimmel müsste sich gegenüber blauschimmel dominant verhalten. Der Blauschimmelrüde würde in diesem Fall das Zobelschimmel-Gen gar nicht tragen. Unter diesem genetischen Aspekt wäre es also nur logisch, dass in keinem der Würfe mit dem Blauschimmel-Rüden als Vater ein Zobelschimmel-Welpe gefallen war.

Auf meine Nachfrage ging Inger Ivarsson mit dieser Ansicht konform.

Vielleicht, auch das wäre noch eine Möglichkeit, konnte der Blauschimmelrüde aber auch nur deswegen keine Zobelschimmel bringen, weil er das rezessive Gen für Orange nicht trug.

Doch, wie sagt ein Sprichwort so schön: „Grau ist alle Theorie.“ Je mehr Würfe fallen, bei denen das neue Gen für Zobelschimmel im Spiel ist, umso mehr Erkenntnisse wird man über den Erbhergang wohl gewinnen – und wird so manche Theorie vielleicht wieder revidieren müssen.


Wenige Tage alt - Blick in die Wurfkiste.
Die dunklen Welpen sind Zobelschimmel.
Foto: Kennel Westerner, Marie Lorè



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