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Kommentar

Zobel - Zurück zu den Wurzeln



Eine Frage des Geschmacks
Von Bianka Titus-Langer (Copyright)


Zobel - über keine Farbe beim Englischen Cocker-Spaniel scheiden sich die Geister mehr. Keine Farbe wurde und wird vielleicht - um es überspitzt ausdrücken - mehr "angefeindet". Und das obwohl der Farbschlag nun schon seit über zwanzig Jahren in Deutschland und Europa planmäßig gezüchtet wird. "Vom schwarzen Schaf" ist zu lesen oder davon, dass eben auch "Zobelfarbene" Cocker sind.

Immer wieder gibt es Cocker-Leute, die die Farbe ignorieren, grundsätzlich nicht mögen. Manche rümpfen gar verächtlich die Nase, wenn von Zobel die Rede ist. Züchter aus England bestätigten mir, dass die Farbe im Vereinigten Königreich - im Mutterland des Cockers - kaum Liebhaber hat. Dort sind Zobel immer noch eher unbeliebte Exoten. Schade.

Auch über die neue Farbe Zobelschimmel scheiden sich die Geister, wie ich inzwischen feststellen konnte. Manche Cockerfans sind hellauf begeistert, andere wieder verhalten sich eher ablehnend. Vielleicht sogar nach dem Motto: noch eine Farbe mehr - wie überflüssig!

Klar, jedem sei es erlaubt, seine persönliche Lieblingsfarbe zu haben. Das ist legitim. Das ist gut so. Ich persönlich - dieses Geständnis sei mir an dieser Stelle erlaubt - mag die braunen oder braun mit loh Cocker am liebsten. Das erwähne ich deshalb, um zu unterstreichen, dass ich eigentlich kein ausgesprochener Zobelfan bin und deshalb aus persönlichen Motiven eine Lanze für die zobelfarbenen Farbschläge brechen möchte.

Was mich einfach begeistert, ist die unglaubliche Farbenvielfalt beim Englischen Cocker-Spaniel. Rund 20 Farben - so viele Farbschläge gibt es kaum bei einer anderen Rasse. Jeder kann seine persönliche Lieblingsfarbe aussuchen - frei nach dem Rühmann'schen Motto "ob blond, ob braun …".

Und so fanden die Zobel oder finden jetzt ganz sicher die Zobelschimmel ihre Liebhaber unter den Cockerleuten. Es ist absolut unverständlich, warum die Farbe zobel immer noch Anlass zu kontroversen Diskussionen gibt. Solange mit der Farbe keine Krankheiten einhergehen - wie zum Beispiel bei weißen oder merlefarbenen Hunden (auch die gibt es inzwischen beim Amerikanischen Cockerspaniel) Blindheit und Taubheit auftreten können - gibt es dazu absolut keinen Grund!

In erster Linie kommt es doch darauf an, gesunde, wesensfeste, charakterstarke und möglichst standardgerechte Hunde zu züchten. Erst in zweiter Linie sollte die Farbe eine Rolle spielen. Und sind wir doch mal ehrlich: Ein wirklich guter Cocker hat keine Farbe!

Ich bin mir ganz sicher, dass auch die bunten Zobel - wie die einfarbigen Zobel - ihren festen Platz in der Cockerwelt erobern werden.


Auf dem Bild oben: Typische Zobel aus dem Zwinger "Bizzhaie".






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